Elisa Dorandt

Mein Leben – mein Erkennen (1)

Bereits als Kind rebelliere ich mit dem sicheren Wissen, dass mein Leben Mehr-Wert hat als Erziehung, Anpassung, Bildung, arbeiten und kollektives Verhalten. Mit dieser Einstellung studiere ich mein abenteuerliches LEBEN!Für meine Mutter ist das Leben mit 10 Kindern oft hart und ungerecht. Tag für Tag leistet sie im landwirtschaftlichen Betrieb Schwerstarbeit. Auch ich muss bereits mit sechs Jahren viel auf dem Feld arbeiten und erst wenn es dunkel ist werden Schularbeiten gemacht. Ich habe ein Sonntagskleid, Ferien bedeuten hart arbeiten.

Für Wünsche ist kein Geld da und die unmenschliche Ehe meiner Eltern macht mich oft traurig. Mein Vater will seine Mädchen ins Heim schicken, weil sie nicht schwer arbeiten können und daher für ihn keinen Wert haben. Dagegen kämpft meine Mutter wie eine Löwin und verhindert das. Mit 8 Jahren schicken sie mich dann in Kur, damit sich mein zarter erschöpfter Körper wieder erholt.

Mein Vater ist am 6/12 geboren und lebt wie ein Nikolaus, verschenkt Haus und Hof, bis seine Kinder nichts mehr zu essen haben. Meine Mutter hat am 12/6 Geburtstag und genau in dieser gegensätzlichen Frequenz reiben sie sich auf, prügeln sich bis sie sich scheiden lassen.

Mit 14 arbeite ich im Akkord in einer Fabrik, weil ich mich selbst finanzieren muss. 2 Jahre später reicht es mir und ich scheue keine Mühe, damit ich da raus komme. Weil ich noch keinen Führerschein habe, trampe ich morgens um 5 Uhr täglich 50 km, damit ich meine Ausbildung als Bürokauffrau mache. Schnell habe ich mich fahrtechnisch organisiert. Mit 17 streife ich mir das Fußball-Trikot über und stürme 3 Jahre in der Offensive, was meinem Naturell entspricht. Vor 40 Jahren wurden Frauen beim Fußballspielen ausgelacht, heute sind sie Weltmeister!

Meine vielen Herausforderungen machen mir Spaß und das Intellektuelle erlebe ich mit meinen studierenden Freunden. Ich arbeite viel, am Wochenende jobbe ich und mir geht es rundherum super.

Je mehr meine Mutter mit meiner sprudelnden Lebensfreude konfrontiert wird, und ich sie an das „Schöne“ im Leben erinnere, ermahnt sie mich, dass ich nur aus einer Arbeiterfamilie komme, aus mir nie was werden wird und ich nicht nach den Sternen greifen soll. Doch mir imponiert ihre Begrenzung nicht und mache fröhlich in meiner kindlichen Freude weiter.

Ich bin neugierig aufs Leben, erlerne neue Berufe, arbeite viel, reise als Model und alles ist tip top. Dieses bewegte Leben macht mir Spaß und dann ziehe ich für die Liebe vom Lipperland ins Rheinland. Doch nach einigen Wochen konfrontiert mich Wolfgang mit seinem Alkoholproblem und wird täglich verletzender. Die Unberechenbarkeit eines Alkoholikers ist wirklich grenzwertig und eines Nachts packe ich mir das Nötigste in die Tasche und schleiche mich aus dem Haus, weil ich seine Schikanen nicht mehr ertrage. Mit meinem heutigen Wissen hätte ich die Herausforderung genutzt und emotional bereinigt, statt weglaufen.

Kurz wohne ich bei einer Freundin, dann mache ich die Ausbildung in der Kosmetikschule und abends jobbe ich in der Disco. Tief verletzt in Sachen Männer tobe ich mich aus und beobachte immer wieder, wie verletzt auch Männer sind, wenn die Frau macht was sie will. Früher hat mir meine Mutter immer erzählt, dass Mädchen in einer gefühlsmäßigen Traumwelt leben und heiraten wollen. Als ich mich von diesen Bildern verabschiedet habe, laufen mir die Männer hinterher und ich kann mit ihnen machen was ich will. Seit dem sehe ich diesen Unterschied von Männern und Frauen nicht mehr, denn sie passen sehr gut miteinander, wenn diese dumme emotionale Abhängigkeit aufgelöst ist.

Elisa Dorandt spricht Klartext

Elisa Dorandt

Evolutionsforscherin und Expertin für leben